I. Engels’ historizistisches Konzept einfacher Warenproduktion
Noch 100 Jahre nach der Veröffentlichung des ersten ‚Kapital’
- Bandes galten Friedrich Engels’ Kommentare weithin als einzig legitime
und adäquate Einschätzungen der Marxschen Ökonomiekritik.
Keine Lesart war in der marxistischen Tradition derart unumstritten,
wie die von Engels in Texten wie der Rezension von ‚Zur Kritik der
politischen Ökonomie’ (1859) oder dem Nachwort zum dritten Band
des ‚Kapital’ (1894) entwickelte:
Vor dem Hintergrund seiner Widerspiegelungskonzeption
deutet Engels die Marxsche Wertformanalyse als zugleich logische und
historische Darstellung eines ‚einfachen Warentauschs’ bis hin zum
kapitalistischen Lohnarbeitsverhältnis, „nur entkleidet der
historischen Form und der störenden Zufälligkeiten“.1
Der Begriff ‚logisch’ meint in diesem Kontext im Grunde nichts als
‚vereinfacht’. Die Darstellungsweise, das Aufeinanderfolgen der Kategorien
(Ware, einfache, entfaltete, allgemeine Wertform, Geld, Kapital) in
der Kritik der politischen Ökonomie, kann demnach „nichts sein
als das Spiegelbild, in abstrakter und theoretisch konsequenter Form,
des historischen Verlaufs“2. Die Betrachtung der Genesis der Geldform
wird verstanden als Beschreibung eines „wirklichen Vorgang[s], der sich
zu irgendeiner Zeit wirklich zugetragen hat“3. An kaum einem
anderen Punkt seines Werks reduziert Engels den historischen Materialismus
derart drastisch auf einen vulgären Empirismus und Historismus, was
die von ihm verwendeten Assoziationsketten ‚Materialismus-empirisch konstatierbare
Fakten-wirklicher Prozess’ vs. ‚Idealismus-abstrakter Gedankenprozess-rein
abstraktes Gebiet’ usw. belegen.
Mit der ‚logisch-historischen’ Methode gibt Engels ein
Stichwort vor, das in der marxistischen Orthodoxie ad nauseam strapaziert
und rezitiert wurde. Bereits Karl Kautsky versteht in seinen enorm
wirkmächtigen Darstellungen das ‚Kapital’ als ein „wesentlich
historisches Werk“:4 „Es war Marx vorbehalten, das Kapital
als historische Kategorie zu erkennen und seine Entstehung
an der Hand der Geschichte nachzuweisen, statt sie aus dem Kopfe zu
konstruieren.“5 Sowohl der ML 6 als auch der westliche
Marxismus7
folgen ihm in dieser Einschätzung.
Wird die Kritik der politischen Ökonomie aber als
Historiographie gedeutet, so steht an deren Anfang folglich die
vorkapitalistische Ware8 und die Wertformanalyse
beginnt mit der Darstellung der zufälligen, geldlosen Interaktion
zweier Produkteigner, mit der von Engels sogenannten „einfachen Warenproduktion“,9
die er als ökonomische Epoche von 6000 v.u.Z. bis ins 15. Jahrhundert
hinein datiert:10 Das Wertgesetz gelte in dieser Epoche
in reiner, nicht von der Preiskategorie ‚verfälschter’ Form,
was Engels am fingierten Beispiel geldlosen ‚Austauschs’ zwischen mittelalterlichen
Bauern und Handwerkern illustriert: Hier haben wir es mit einem übersichtlichen
sozialen Zusammenhang von unmittelbaren Produzenten zu tun, die zugleich
Eigentümer ihrer Produktionsmittel sind, in der der eine unter
den Augen des anderen arbeitet und folglich „die für die Herstellung
der von [ihnen] eingetauschten Gegenstände erforderliche Arbeitszeit
ziemlich genau bekannt“11 ist. Für Engels ist
schon diese vorkapitalistische ‚Ökonomie’ eine entbettete, jedenfalls
keine ‚moralische Ökonomie’:12 Nicht etwa ein normatives
Kriterium, sondern die Abstraktion einer von den Akteuren bewusst und
direkt gemessenen Arbeitszeit ist für ihn unter den Bedingungen dieses
‚Naturaltauschs’ „der einzig geeignete Maßstab für die quantitative
Bestimmung der auszutauschenden Waren“.13 Weder der Bauer noch
der Handwerker seien so dumm gewesen, ungleiche Arbeitsmengen auszutauschen:
„Für die ganze Periode der bäuerlichen Naturalwirtschaft ist
kein andrer Austausch möglich als derjenige, wo die ausgetauschten
Warenquanta die Tendenz haben, sich mehr und mehr nach den in ihnen verkörperten
Arbeitsmengen abzumessen.“14 Der Wert einer Ware wird
also Engels zufolge durch die bewusst in Zeit gemessene konkrete
Arbeit einzelner Produzenten bestimmt. Wie in Adam Smiths
Arbeitsleidtheorie15 wird hier Wertbildung als vorgesellschaftlicher
Akt zwischen Individuum und Natur, in einer Mensch-Ding-Relation situierte,
die Wertsubstanz abstrakte Arbeit schließlich als anthropologische
Größe verstanden16, die in das Produkt eingeht
wie die Marmelade in den Pfannkuchen. Geld spielt in dieser Werttheorie
keine konstitutive Rolle, es ist einerseits dem Wert äußerliches
Hilfs- und Schmiermittel des Tauschs, dient andererseits zur Verdeckung
des Arbeitsaufwandes als Wertsubstanz: Statt mittels Arbeitsstunden wird
irgendwann plötzlich mittels Kühen und schließlich Goldstücken
ausgetauscht.17 Zwar weiß auch Engels, dass im Kapitalismus
der Wert einer Ware durch gesellschaftliche Durchschnittsarbeitszeit
bestimmt ist, sich erst nachträglich auf dem Markt herausstellt,
ob ein Produzent abstrakte Arbeit geleistet hat.18 Dies scheint
für ihn aber kein notwendiger Bestandteil des Wertbegriffs, sondern
eher kontingente Verkomplizierung eines einst (und in Zukunft wieder!)
überschaubaren, ‚einfachen’ Sachverhalts zu sein – immerhin spricht
Engels im ‚Nachwort’ von der reinen Geltung des Marxschen Wertgesetzes
in prämonetären Zeiten.19
II. Marx’ ‚logische’ Darstellungsweise im
‚Kapital’
Marx’ Vorstellungen über die Darstellungsweise seiner Ökonomiekritik
wie über deren Gegenstand unterscheiden sich nun fundamental
von denen der marxistischen Orthodoxie bzw. des ‚Engelsismus’. Ja
es tut sich hier tatsächlich ein lange nicht bemerkter Gegensatz
zwischen (weitgehend klassischer) politischer Ökonomie und Kritik
derselben auf. Dies kann hier nur kursorisch dargelegt werden:
Marx hält es schlicht für „untubar und falsch,
die ökonomischen Kategorien in der Folge aufeinander folgen
zu lassen, in der sie historisch die Bestimmenden waren. Vielmehr
ist ihre Reihenfolge bestimmt durch ihre Beziehung, die sie in der
modernen bürgerlichen Gesellschaft aufeinander haben“.20
Gegenstand der Ökonomiekritik ist demnach keineswegs die historische
Genese des Kapitalismus aus vorkapitalistischen Produktionsweisen,
sondern „die gewordne[...], auf ihrer eignen Grundlage sich bewegende[...]
bürgerliche[...] Gesellschaft“,21 also nicht
die Ursprungs-, sondern die Reproduktionsdynamik eines sich erweiternden
und krisenhaft reproduzierenden Handlungszusammenhangs, der seine eigenen
Voraussetzungen als seine Resultate (re-) produziert. Da nun die Aufgabe
einer Kritik der politischen Ökonomie die Erklärung
dieses Systems sich wechselseitig (voraus-) setzender Formen22
ist, müssen die „gleichzeitig existierenden und einander stützenden
Elemente des Ganzen zwangsläufig in ein darstellungslogisches
Nacheinander gesetzt“23 werden. Bereits im – von
der gesamten Orthodoxie nicht verstandenen - ersten Absatz des ‚Kapital’
weist Marx dabei unzweideutig darauf hin, dass es die kapitalistisch
produzierte Ware ist, die ihm als Ausgangspunkt der Darstellung
dient: „Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische
Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ‚ungeheure Warensammlung’,
die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung
beginnt daher mit der Analyse der Ware.“24 Es lassen
sich nun drei Argumente für ‚die Ware’ als Anfang der Darstellung
angeben. Ihre realhistorische Spezifität: Die Ware ist charakteristische
Formbestimmung der Produkte des konstitutiven gesellschaftlichen Produktionsprozesses
im Kapitalismus. Ihre logische Elementarität: Das Verständnis
der Ware in abstracto ist Grundbedingung für das Verständnis
der Kernbestimmung des kapitalistischen Produktionsverhältnisses,
des Warencharakters der Arbeitskraft; der Begriff ‚Mehrwert’ kann zudem
nicht vor dem des ‚Werts’ eingeführt werden. Schließlich ihre
didaktische Eignung: Gerade dem Alltagsbewusstsein erscheint der Reichtum
als (noch völlig vermittlungslose) Warensammlung. Die Darstellung
beginnt gleich zweimal (in Abschnitt 1.1 und 1.3 des ‚Kapital’) mit dem,
was „jedermann weiß, wenn er auch sonst nichts weiß“25
und führt so den Alltagsverstand sukzessive über sich hinaus.
Die Ware muss also zunächst ‚an sich’ betrachtet
werden. Ihre Behandlung unabhängig von den entwickelten Kategorien
der kapitalistischen Produktionsweise bedeutet aber nicht, dass hier
die vorkapitalistische Ware betrachtet würde, oder im weiteren:
ein vorkapitalistischer, ja prämonetärer Warentausch. Der
reale Verweisungszusammenhang, in dem die Ware mit Geld und Kapital
steht (die reale Vermitteltheit des Unmittelbaren), muss erst noch begrifflich
expliziert werden. Die dialektische Darstellung ist folglich in ihrem
Fortgang Einholung notwendiger Voraussetzungen26
des nur scheinbar Einfachen: der ‚einfachen Ware’ (W), des ‚einfachen
– geldlosen - Warentauschs’ (W-W), der ‚einfachen – zwischen bloßen
Waren- und Geldbesitzern vorgehenden – Zirkulation’ (W-G-W).
Die historische Betrachtung ist Marx zufolge keineswegs
identisch mit der „dialektische[n] Form der Darstellung“.27
Sie tritt erst dann herein, wenn diese ihre „Grenzen“28
erreicht hat. Geschichtsschreibung ist die Kritik der politischen
Ökonomie nur dort, wo sie die äußere Historizität
der kapitalistischen Produktionsweise, die Schaffung ihrer Voraussetzungen
in einer vorkapitalistischen Gesellschaftsformation, einbeziehen muss,29
um nicht der Illusion der Absolutheit der Selbstreproduktivität
des Kapitalismus zu erliegen und die Dialektik nicht hegelisch in einem
‚Kreis aus Kreisen’ aufgehen zu lassen.30 Welche historischen
Prozesse diesbezüglich zu betrachten sind, erschließt sich
allerdings wiederum erst aus der Strukturanalyse der kapitalistischen
Produktionsverhältnisse.31 Auch die begrifflich
unableitbaren Resultate innerkapitalistischer Entwicklung, wie
z.B. das Ausmaß der Begrenzung der Arbeitszeit, müssen zum
Gegenstand historiographischer Untersuchungen werden.32
III. Adjektivischer Sozialismus und die Aporien
prämonetärer Werttheorie
Engels’ ‚einfache Warenproduktion’ stellt nun nichts anderes dar
als eine Variante des Stundenzettel-Konzepts von Gray und Proudhon:
Die konkrete Arbeitszeit ist Grund und Maß des Wertes und damit
des Austauschs von Produkten. Jede Ware ist unmittelbar ihr eigenes
‚Geld’. Dass die Wertsubstanz und ihr Produkt eine eigene Wertform
benötigen, der Wert einer Ware nur im Gebrauchswert einer anderen,
ja erst in der allgemeinen Äquivalentform erscheinen kann, wird
damit uneinsichtig.33 Substanz und Form, Wesen und Erscheinungsform,
Wert und Geld werden zu voneinander ablösbaren, äußeren
Gegensätzen. Die (Wert-)Substanz wird zur physiologischen Gegenständlichkeit,
zum in der einzelnen Ware vorhandenen Substrat hypostasiert, Wesen und
Erscheinung stehen nur noch für ‚Eigentliches/ Wichtiges’ und ‚Uneigentliches/
Unwesentliches’, wobei das ‚Unwesentliche’ das ‚Wesentliche’ verschleiert.
Gerade indem Engels die Darstellungsweise im ‚Kapital’
historisch-konkretistisch fasst, enthistorisiert und individualisiert
er die Kategorien der politischen Ökonomie. Er kann sich dabei
freilich auf vereinzelte, noch dem Paradigma der Klassik verhaftete
Stellen, insbesondere in der Zweitauflage des ‚Kapital’, beziehen.
Hier ist Marx einerseits Engels Vorschlag einer Popularisierung der
Darstellungsweise gefolgt,34 was zur Tilgung einiger
zentraler methodischer Hinweise auf den logischen Charakter der Entwicklung
der Wertformen geführt hat,35 andererseits leistet
Marx einer naturalistischen Deutung der Wertsubstanz durch die Bestimmung
der abstrakten Arbeit als „Verausgabung menschlicher Arbeitskraft im
physiologischen Sinn“36 bzw. „Verausgabung von menschlichem Hirn,
Muskel, Nerv, Hand“37 Vorschub.
Vor diesem Hintergrund kann sich im Marxismus erst eine
adjektivische Vorstellung von Sozialismus/ Kommunismus entwickeln,
die lediglich auf eine „revolutionierte [...] Rechnungsart der gleichen
gesellschaftlichen Formbestimmung der menschlichen Arbeitsprodukte
wie in der kapitalistischen Warenwirtschaft“38 hinausläuft.
Im Anschluss an Engels’ (wiederum Hegel entnommener)
Formel von der Freiheit als Einsicht in die Notwendigkeit und an
dessen Parallelisierung von Naturgesetzen und gesellschaftlichen
Prozessen 39 lautet die Grundaussage dieses sozialtechnologischen
Emanzipationskonzepts: ‚Die im Kapitalismus anarchisch und unkontrolliert
wirkende gesellschaftliche Notwendigkeit wird, mittels des Marxismus
als Wissenschaft von den objektiven Gesetzmäßigkeiten in
Natur und Gesellschaft, im Sozialismus planmäßig verwaltet
und bewusst angewandt.’ Nicht das Verschwinden der kapitalistischen
Formbestimmungen, sondern ihre alternative Nutzung, nicht
die Dechiffrierung der Reichtums-Formen als historisch-spezifische,
sondern ihre Naturalisierung kennzeichnen den adjektivischen
Sozialismus und seine ‚sozialistische politische Ökonomie’.
Im ‚Anti-Dühring’ fasst bereits Engels den Kommunismus
als Wiederkehr der ‚einfachen Warenproduktion’: Die Gesellschaft
kann dort nun „einfach berechnen, wie viel Arbeitsstunden in einer
Dampfmaschine, einem Hektoliter Weizen der letzten Ernte, in hundert
Quadratmeter Tuch von bestimmter Qualität stecken. Es kann ihr
also nicht einfallen, die in den Produkten niedergelegten Arbeitsquanta
[!], die sie alsdann direkt [!] und absolut kennt, noch fernerhin in
einem nur relativen, schwankenden, unzulänglichen, früher als
Notbehelf [!] unvermeidlichen Maß, in einem dritten Produkt auszudrücken
und nicht in ihrem natürlichen, adäquaten, absoluten Maß,
der Zeit.“40
In der expliziten Proklamierung von Absurditäten
wie ‚sozialistischer Warenproduktion’ oder gar einem ‚originär
sozialistischen’ (d.h. nicht einmal mehr als ‚Muttermal der alten
Gesellschaft’ verstandenen) ‚Wertgesetz’41 kommt der
bereits von Engels begründete adjektivische Sozialismus nur zu
sich selbst. Engels’ Version im ‚Anti-Dühring’ behauptet zwar noch
explizit das genaue Gegenteil von der offiziellen Doktrin des späteren
Realsozialismus, nämlich die Aufhebung von Ware, Wert, Geld und
Kapital im Kommunismus.42 Doch diese ‚Aufhebung’
wird in Kategorien der Vergesellschaftung durch Arbeitszeit, unmittelbarer
Arbeitszeitrechnung, des Austauschs, also einer substantialistischen
Arbeitswerttheorie, formuliert.43 Dieser ‚Kommunismus’
ist also nahezu ein direktes Abbild von Engels Fiktion ‚einfacher
Warenproduktion’ im Nachtrag zum dritten Band des ‚Kapital’ – nur auf
‚großer gesellschaftlicher Stufenleiter’ und ohne Warenproduktion
genannt zu werden.
Marx kann nun aber, trotz einiger Ambivalenzen, zeigen,
dass diese Vorstellung von Kommunismus widersinnig ist. Was er dabei
über die systematischen Aporien der prämonetären Werttheorien
Grays und Proudhons ausführt, ist zugleich als Kritik an Engels
und seinen Epigonen zu verstehen, die Marx’ Warnung, der Kommunismus
müsse sich „vor allem dieses ‚falschen Bruders’ [des Proudhonismus]
entledigen“,44 nicht ernst genommen haben.
Unterscheidet Marx zwischen direkter und indirekter Vergesellschaftung
der Arbeit und quer dazu zwischen (marginaler) vorkapitalistischer
und (universalisierter) kapitalistischer Warenproduktion, so konfundiert
Engels die erste mit der zweiten Unterscheidung, so dass für
ihn einerseits vorkapitalistische Warenproduktion Elemente unmittelbarer
Vergesellschaftung zugesprochen bekommt, andererseits nachkapitalistische,
direkte Vergesellschaftung in Kategorien der Warenproduktion gefasst
wird.45 Gegen die substantialistische, prämonetäre
Auffassung Engels’, der zufolge bereits die besondere, einzelne Arbeit
wertproduktiv, also abstrakt-allgemein, bereits ihr besonderes Produkt
also unmittelbar austauschbar ist, zeigt Marx, dass ein solcher prämonetärer
Tausch systematischer Art nach Maßgabe seiner Werttheorie logisch
unmöglich ist:
Im prämonetären Austausch (W-W) müsste
jede Ware zugleich als Inkarnation des allgemeinen Reichtums, des
Werts, und als solche des besonderen Reichtums, des Gebrauchswerts,
gelten. Der Ware eines jeden Warenbesitzers sollten alle anderen Warenbesitzer
als der allgemeinen Ware bedürfen, diese sollte
also unmittelbar austauschbar mit allen anderen Waren sein. Alle anderen
Waren der übrigen Warenbesitzer sollten aber nur besondere
Waren, Gebrauchswerte für die Bedürfnisse eines jeden Warenbesitzers
sein. „Stellt aber jede Waare ihre eigne Naturalform allen andern gegenüber
als allgemeine Äquivalentform, so schließen alle Waaren
alle von der allgemeinen Äquivalentform aus und daher sich selbst
von der gesellschaftlich gültigen Darstellung ihrer Werthgrößen.“46
Tatsächlich aber erhalten „alle Arten Privatarbeit ihren gesellschaftlichen
Charakter nur gegensätzlich, indem sie alle einer ausschließlichen
Art Privatarbeit [...] gleichgesetzt werden. Dadurch wird
letztere die unmittelbare und allgemeine Erscheinungsform abstrakter
menschlicher Arbeit“.47 Wert als gesellschaftliche
Form der Privatprodukte kann sich also nicht in einer besonderen (ungesellschaftlichen)
Äquivalentform adäquat ausdrücken. Dies ist der Motor
des Fortschreitens der Darstellung in Marx’ Wertformanalyse, die zeigt,
dass Waren ohne Geld logisch unmöglich sind.48
Ob nun in John Grays oder Proudhons Tauschbank-Utopie
oder in Engels’ Fiktion einer einfachen Warenproduktion bzw. in seiner
Kommunismusvorstellung, immer wird in diesen Ansätzen behauptet
oder gefordert, dass systematischer Warentausch ohne Geld funktioniert
bzw. funktionieren möge, jeder Kauf zugleich ein Verkauf sein
soll und damit Krisen und ‚Ungerechtigkeit’ abgeschafft werden sollen.
Eine nationale Zentralbank, bei Engels das kommunistische Gemeinwesen,
übernimmt die Funktion, sich der Arbeitszeit zu vergewissern, die
in den Produkten der jeweiligen Produzenten vergegenständlicht ist
und verteilt „ein offizielles Zertifikat des Werts, d.h. einen Empfangsschein
für soviel Arbeitszeit, als seine Ware enthält und diese
Banknoten von 1 Arbeitswoche, 1 Arbeitstag, 1 Arbeitsstunde usw. dienen
zugleich als Anweisung auf ein Äquivalent in allen andern in den
Bankdocks gelagerten Waren.“49 Marx zeigt nun einerseits,
dass diese Utopie, entgegen ihrer ob anarchistischen, ob kommunistischen
Absichten, nicht eine Abschaffung resp. ein Absterben, sondern im Gegenteil
eine hypertrophe Ausdehnung der Staatstätigkeit, eine totalitäre
Überpolitisierung der Gesellschaft bewirken würde. Die Bank bzw.
Planungsbehörde müsste zur Feststellung der Arbeitszeit und Verhinderung
eines Betruges im Austausch mit der Bank die konkreten Privatarbeiten beständig
überwachen, ja zwecks proportionaler Verteilung der verschiedenen
Arbeitsarten auf die Produktionszweige sogar anweisen. Sie wäre
„nicht nur der allgemeine Käufer und Verkäufer, sondern auch
der allgemeine Produzent“, damit „die despotische Regierung der Produktion
und Verwalterin der Distribution“.50
Andererseits kritisiert Marx die werttheoretische Paradoxie
eines solchen Unternehmens: Um unmittelbar austauschbar zu sein,
dürften die Privatarbeiten nicht besondere, private, sie müssten
unmittelbar allgemeine, gesellschaftliche sein, d.h. „von vornherein
als Glied der allgemeinen Produktion gesetzt sein. In
dieser Voraussetzung aber würde nicht erst der Austausch ihr den
allgemeinen Charakter geben, sondern ihr vorausgesetzter gemeinschaftlicher
Charakter würde die Teilnahme an den Produkten bestimmen.“51
Unter privat-arbeitsteiligen Vergesellschaftungsbedingungen der Arbeit
besteht der soziale Zusammenhang der Arbeiten in ihrer (objektiven)
Gleichsetzung, dem Absehen von ihrem konkreten Charakter und der Reduzierung
auf abstrakte Arbeit(szeit). Diese abstrakte Arbeit ist die spezifisch
gesellschaftliche Form der Privatarbeiten, nicht eine Eigenschaft
dieser Privatarbeiten selbst. Sie ist als Wertsubstanz wiederum Relation
der Privatarbeiten zueinander, damit „so sehr relativ, dass, wenn die
zur Reproduktion erheischte Arbeitszeit [sich] ändert, ihr Wert [sich]
ändert, obgleich die in ihr wirklich enthaltene Arbeitzeit unverändert
geblieben ist.“52 Erst durch ihren tatsächlichen Verkauf,
ihre Verwandlung in Geld, realisiert sich Privatarbeit als gesellschaftliche,
d.h. konkret-individuelle als abstrakt-allgemeine.53 Nicht
die konkrete Arbeitszeit, sondern die abstrakte, nicht die empirische
Arbeitszeit des Einzelnen, sondern sich nur im Geld darstellende gesellschaftliche
Durchschnittsarbeitszeit ist Wertgrund und –maß. Die das Wertquantum
konstituierende Arbeitszeit ist gesellschaftlich definiert und determiniert.54
Abstrakte Arbeit ist dabei keine bloße Nominal-, sie ist eine
Realabstraktion: „Abstraktheit der Arbeit meint nicht die allgemeinsten
Bestimmungen der Arbeit, die das reflektierende Subjekt [...] beim Vergleich
verschiedener Arbeiten feststellen kann, sondern die in der Gleichsetzung
der Produkte im Tausch praktisch stattfindende Abstraktion von den besonderen
Charakteren der verschiedenen Arbeiten, die diese Produkte hervorgebracht
haben.“55
Marx bestimmt abstrakte Arbeit - konträr zu
seinen naturalistischen Formulierungen – nun nicht mehr als anthropologische
Größe, sondern als blinden Struktureffekt privat-arbeitsteiliger
Produktionsverhältnisse: „Nun besitzt aber keine dieser Privatarbeiten
in ihrer Naturalform diese specifisch gesellschaftliche Form abstrakter
menschlicher Arbeit“,56 „Schneiderarbeit z.B. in
ihrer stofflichen Bestimmtheit als besondere produktive Tätigkeit,
produziert den Rock, aber nicht den Tauschwert des Rocks. Letztern produziert
sie nicht als Schneiderarbeit, sondern als abstrakt-allgemeine Arbeit,
und diese gehört einem Gesellschaftszusammenhang, den der Schneider
nicht eingefädelt hat.“57 Unter den Prämissen
der Stundenzettel-Utopie – noch einmal: konkrete Privatarbeit hat
bereits gesellschaftlichen Charakter – findet aber weder ein Austausch
noch eine Realabstraktion von konkreter, gebrauchswertbildender Arbeit
statt: „Die Arbeit des einzelnen also unmittelbar zum Geld machen
wollen (d.h. auch sein Produkt), zum realisierten Tauschwert,58
heißt, sie unmittelbar als allgemeine Arbeit bestimmen,
d.h. eben die Bedingungen negieren, unter denen sie zu Geld und Tauschwert
gemacht werden muss und vom Privataustausch abhängt. Die Forderung
kann bloß befriedigt werden unter Bedingungen, worin sie nicht mehr
gestellt werden kann. Die Arbeit auf Grundlage der Tauschwerte setzt
eben voraus, dass weder die Arbeit des einzelnen noch sein Produkt
unmittelbar allgemein ist; dass es diese Form erst durch eine gegenständliche
Vermittlung erlangt, durch ein von ihm verschiedenes Geld.“59
Wie wir sahen, ist es aber nicht nur Proudhon, der damit
„den Sozialismus in ein elementares Missverständnis über
den notwendigen Zusammenhang zwischen Ware und Geld“60
auflöst. Auch Engels’ These von der Vergesellschaftung der Arbeit
aufgrund der Arbeitszeitverausgabung der einzelnen Produzenten wird
damit sinnlos. Zwar fordert auch Marx für den Kommunismus eine „Ökonomie
der Zeit sowohl wie planmäßige Verteilung der Arbeitszeit
auf die verschiednen Zweige der Produktion“.61 Für
ihn ist diese „jedoch wesentlich verschieden vom Messen der Tauschwerte
(Arbeiten oder Arbeitsprodukte) durch die Arbeitszeit.“62
Arbeitszeit im Kommunismus stellt eine subjektive Abstraktion dar, die an
konkreten Arbeiten vorgenommen wird und der vergesellschaftungsrelevanten
Fähigkeits- und Bedürfnisartikulation nachgeordnet ist. Arbeitszeit
ist hier eine bloße Nominalabstraktion, die zur normspezifischen Einteilung
der Arbeiten dient: „die Arbeiten sind als ungleiche nach der Zeit
eingeteilt – nicht als gleiche an der Zeit ‚gemessen’.“63
Eine paradoxe Vorstellung von Sozialismus ist allerdings
auch in einem bedeutenden, zu Lebzeiten unveröffentlichten
Text von Marx zu finden, in den ‚Randglossen zum Programm der deutschen
Arbeiterpartei’. Hier treten deutlich wie in kaum einer anderen
Marxschen Schrift die klassischen, prämonetären Restbestände
seiner Werttheorie in den Vordergrund.
In seiner Skizzierung der ökonomisch-rechtlichen
Prinzipien einer „aus der kapitalistischen Gesellschaft nach langen
Geburtswehen hervorgegangen[en]“64 und noch mit deren „Muttermalen“65
behafteten Übergangsgesellschaft zum Kommunismus66
greift Marx unvermittelt auf das an anderer Stelle von ihm so gründlich
kritisierte Stundenzettel-Konzept von Proudhon zurück. Zunächst
konstatiert er allerdings gegen diesen, dass in der ersten, niederen
Phase des Kommunismus, der auf „genossenschaftlichen, auf Gemeingut
an den Produktionsmitteln gegründeten Gesellschaft“67 ,
die Akteure ihre Produkte nicht austauschen68 und deren
Arbeit nicht mehr die Form des Werts der Produkte annimmt. Unter Bedingungen
einer noch unzureichenden Produktivkraft-Entwicklung (womit Marx die noch
quasi-frühindustriellen Zustände des europäischen Kontinents
seiner Zeit reflektiert) aber müsse die Verteilung der Konsumgüter
auf die Individuen noch nach dem Prinzip ‚jedem nach seiner Leistung’ erfolgen.
Hier wird plötzlich Proudhon zum Paten des Marxschen Sozialismus:
„Die individuelle Arbeitszeit des einzelnen Produzenten“ wird ihm von
„der Gesellschaft“ (im Klartext: der Tauschbank) in Form eines „Scheins“
(des Stundenzettels) quittiert, womit er wiederum „aus dem gesellschaftlichen
Vorrat an Konsumtionsmitteln soviel heraus [nimmt], als gleich viel Arbeit
kostet.“69 Vergesellschaftungsprinzip ist hier nach
wie vor die Arbeitszeit, allerdings (wie bei Proudhon-Engels) die individuelle.
Es wird zwar nicht ausgetauscht und kapitalistisch angeeignet - ein
Verhältnis zwischen privat-arbeitsteiligen Produzenten -, aber
es herrscht „dasselbe Prinzip wie beim Austausch von Warenäquivalenten“.70
Im Gegensatz zum Wertgesetz – bei dem nicht konkrete
Arbeit, in Zeit gemessene Arbeit des Einzelnen (oder eines Kollektivs),
dessen Anteil am gesellschaftlichen Gesamtprodukt bestimmt, man unter
bestimmten Bedingungen also mehr Arbeitszeit verausgaben kann als
andere und doch nicht mehr Wert produziert – herrscht hier das reine
Leistungsprinzip, herrscht distributive Gerechtigkeit,71
die proportionale Verteilung am Maßstab der Arbeits(zeit)verausgabung
bzw. Arbeitsintensität,72 also Gleichheit für
nach diesem Maßstab Gleiche.73 Folglich ist das damit
verbundene „gleiche Recht [...] ungleiches Recht für
ungleiche Arbeit.“74
Der prämonetär-konkretistisch gedachte ‚Austausch’
von Äquivalenten ist für Marx – im Gegensatz zu Proudhon75
- allerdings kein zu affirmierendes ewiges Gerechtigkeitsideal. Es
unterwirft ungleiche Individuen und ihre Lebenschancen einem repressiven
Egalitarismus und „erkennt stillschweigend die ungleiche individuelle
Begabung und daher Leistungsfähigkeit [...] als natürliche
Privilegien an.“76 Marx geht es aber keineswegs – wie einige
Interpreten behaupten77 - um die Schaffung gleicher(er) Ausgangsbedingungen
auf der Grundlage des Leistungsprinzips (sog. Chancengleichheit), also
um die Einbeziehung weiterer Dimensionen, wie Kinderzahl oder Begabung,
in den Vergleichsmaßstab, sondern um die Entkopplung
der Verteilung von Gütern von der Arbeitszeitverausgabung und
Vergleichung am Wert. Die Abschaffung des Leistungsprinzips
allein verdient Marx zufolge die Bezeichnung menschlicher Emanzipation.78
Die kurzen Ausführungen zum Vergesellschaftungsprinzip
in der Übergangsgesellschaft zeigen, dass auch Marx also gelegentlich
den „seichten Utopismus eines ‚Arbeitsgelds’“79 propagiert.
Im Anschluss an Engels’ prämonetäre Werttheorie und vor
allem Lenins Doktrinarisierung der hier behandelten Textstelle geht
dieses Konzept als legitime Sozialismusvorstellung in die marxistische
Tradition ein, so dass Behrens/ Hafner zu Recht konstatieren: „Alle
bisherigen Vorstellungen vom Übergang zum Sozialismus rekurrieren
auf Modelle unmittelbarer Arbeitswert- und Nutzenrechnung, die Marx
am Beispiel Proudhons als Unmöglichkeit erwiesen hat.“80
1 MEW 13, S. 475.
2 MEW 13, S. 475; vgl. auch MEW 25, S. 20, 905.
3 MEW 13, S. 475.
4 Kautsky (1908), S. XI.
5 Kautsky (1884), S. 350 [Hervorhebung von mir, I.E.].
6 Vgl. nur Rosenthal (1973).
7 Vgl. Mandel (1972) oder Haug (1989).
8 „Danach wird es wohl klar sein, warum Marx am Anfang des ersten Buchs [...] von der einfachen Ware ausgeht und nicht von einer begrifflich und geschichtlich sekundären Form, von der schon kapitalistisch modifizierten Ware;“ (MEW 25, S. 20).
9 MEW 25, S. 20
10 Vgl. MEW 25, S. 909.
11 MEW 25, S. 907.
12 Zum Begriff vgl. Thompson (1980)..
13 MEW 25, S. 907.
14 MEW 25, S. 907.
15 Vgl. Heinrich (1999), S. 38.
16 So gilt die Wertsubstanz für Haug (1989, S. 121) als Natursubstanz: „Sowohl ‚konkret-nützliche’ als auch ‚abstrakt-menschliche’ Arbeit reduzierten sich letztlich auf Naturprozesse“. Auch die Marx-Kritik kommt über dieses naturalistische Verständnis seines Wertbegriffs nicht hinaus: Vgl. Becker (1972), S. 37 oder, wenn auch mit Hinweisen auf Ambivalenzen, Castoriadis (1981), S. 233f.
17 Vgl. MEW 25, S. 909.
18 Vgl. MEW 20, S. 286f.
19 Vgl. MEW 25, S. 909
20 MEW 13, S. 638.
21 MEW 42, S. 178.
22 Vgl. u.a. MEW 42, S. 203, wo Marx konstatiert, dass „im vollendeten bürgerlichen System jedes ökonomische Verhältnis das andre in der bürgerlich-ökonomischen Form voraussetzt und so jedes Gesetzte zugleich Voraussetzung ist“.
23 Arndt (1985), S. 140; vgl. auch Heinrich (1999), S. 173f.
24 MEW 23, S.
49 (Hervorhebungen von mir, IE); vgl. auch MEW 19, S. 369: „Wovon
ich ausgehe, ist die einfachste gesellschaftliche Form, worin sich
das Arbeitsprodukt in der jetzigen Gesellschaft darstellt, und dies
ist die ‚Ware’. Sie analysiere ich, und zwar zunächst in der Form,
worin sie erscheint.“
25 MEW 23, S. 62.
26 Vgl. Bubner (1973), S. 65ff., 76f., 84.
27 Urtext, S. 945.
28 Urtext, S. 945.
29 Im ‚Kapital’ steht für eine solche Historiographie exemplarisch Kapitel 24 des ersten Bandes.
30 Vgl. dazu Heinrich
(1999), S. 177.
31 Vgl. Heinrich (1999), S. 178.
32 Vgl. im ‚Kapital’ Bd.1 exemplarisch Kapitel 8.
33 Hier muss nämlich nichts rein Gesellschaftliches mehr dinghaft erscheinen, da abstrakte Arbeit von Engels als empirisches Phänomen verstanden wird.
34 Vgl. Engels’ Brief vom 16.6.1867 und Marx’ Antwort vom 22.6.1867 (MEW 31, S. 303-307). Schon in einem Brief vom 9.12.1861 kündigt Marx allerdings, wohl ohne Druck seitens Engels und eher vor dem Hintergrund der negativen Erfahrungen mit der Rezeption seiner Schrift ‚Zur Kritik der politischen Ökonomie’ (vgl. dazu MEW 29, S. 462-465), an: „Es wird indes viel populärer und die Methode vielmehr versteckt als in Teil 1.“ (MEW 30, S. 207). Damit kann die Zweitauflage bereits als Popularisierung einer Popularisierung bezeichnet werden. Schon in der Erstauflage des ‚Kapital’ ist z.B. der Übergang vom Geld zum Kapital, der im ‚Urtext’ noch explizit dargelegt wurde, kaum noch zu erahnen. Der Vorstellung von der Selbständigkeit der einfachen Zirkulation wird dadurch Nahrung gegeben. Vgl. dazu u.a. Heinrich (1999), S. 254-257.
35 Vgl. z.B. die Formulierungen in MEGA II/5, S. 30 und 43, die in der Zweitauflage fehlen
36 MEW 23, S.
61.
37 MEW 23, S.
58.
38 Grigat (1997),
S. 20.
39 Vgl. MEW 20,
S. 106 und 260f.: „Die gesellschaftlich wirksamen Kräfte wirken
ganz wie die Naturkräfte: blindlings, gewaltsam, zerstörend,
solange wir sie nicht erkennen und nicht mit ihnen rechnen.“; daran
Anknüpfend z.B. Stalin (1979e), S. 406ff., 487ff. oder Jahn (1968),
S. 31ff. Kritisch dazu Schmidt (1993), u.a. S. 201.
40 MEW 20, S.
288.
41 Vgl. für den DDR-Marxismus z.B. Jahn (1968), S. 31-37 oder für den westlichen Heller (1976), S. 93f., 125, 129f. Vgl. kritisch dazu Behrens/Hafner (1991), Reitter (2002), S. 8 sowie Kittsteiner (1977), S. 44-47: „ [...] die Verausgabung von Arbeit in Doppelform [...], die gerade besagt, dass die gesellschaftliche Arbeit nicht unmittelbar, sondern privat verausgabt wird, wird zur Erscheinungsform – der unmittelbar gesellschaftlichen Arbeit deklariert.“
42 Vgl. MEW 20,
S. 288: “Die Leute machen alles sehr einfach ab ohne Dazwischenkunft
des vielberühmten ‘Werts’.”
43 Vgl. dazu Heinrich
(1999), S. 389.
44 MEW 29, S.
573. Die Fiktion einer ‚einfachen Warenproduktion’ spielt allerdings
in vielen Varianten moderner Gesellschaftsbetrachtung eine wichtige
Rolle: so z.B. in der traditionsmarxistischen Kapitalismuskritik
(Engels u.v.a.), in der anarchistischen Geld- und Zinskritik (Proudhon,
Gesell u.a.) sowie in der liberalen Kapitalismusapologetik (von Carey/
Bastiat bis zu Friedman). Vgl. dazu ausführlich: Rakowitz (2000).
45 Vgl. Brentel (1989), S. 140-145.
46 MEGA II/5,
S. 43.
47 MEGA II/5,
S. 42; vgl. auch MEW 42, S. 103.
48 Vgl. Backhaus
(1997), § 11 oder Brentel (1989), S. 325: „’Die Ware’ erweist sich
als stets schon vorauszusetzende Ware-Geld-Relation.“
49 MEW 13, S.
66.
50 MEW 42, S. 89. Vgl. auch Brentel (1989), S. 228-236.
51 MEW 42, S.
103f.
52 MEW 26.3, S. 126 (Einklammerungen im Text). Vgl. auch MEW 23, S. 53.
53 Vgl. MEW 26.3., S. 133.
54 Abstrakte Arbeit bedeutet nicht nur Abstraktion vom konkreten Inhalt der Arbeiten, sondern auch von deren konkreter, empirisch mit der Uhr messbarer, Zeitdauer. Vgl. Heinrich (1999), S. 219 und Reitter (2002), S. 7f.
55 Heinrich (1994), Sp. 58f.
56 MEGA II/5, S. 41.
57 MEW 13, S.
24.
58 Marx unterscheidet
in den ‚Grundrissen’ wie in ‚Zur Kritik der politischen Ökonomie’
noch nicht terminologisch zwischen Wert und Tauschwert. Hier ist
natürlich der Wert gemeint.
59 MEW 42, S.
104f.
60 MEW 13, S.
69.
61 MEW 42, S.
105.
62 MEW 42, S.
105.
63 Brentel (1989),
S. 148; vgl. auch Heinrich (1999), S. 213 und Müller (1969),
S. 73-75.
64 MEW 19, S.
21.
65 MEW 19, S.
20.
66 Marx nennt diese hier die ‚erste Phase des Kommunismus’. Lenin wird sie später ‚Sozialismus’ im Gegensatz zum entwickelten Kommunismus nennen.
68 MEW 19, S.
19.
69 Der Austauschbegriff
ist hier im strengen Sinne historisiert, d.h. auf die spezifisch
ökonomische Verkehrsform systematischen Äquivalententauschs
begrenzt. Wer (Waren-)Tausch, soziale Reziprozität und Transaktionen
wie die Gabe undifferenziert unter den Tauschbegriff subsumiert,
wie dies von Aristoteles bis Mauss geschieht, vermengt vollkommen
heterogene Kategorien und soziale Formen, läuft Gefahr, eine
Ontologie wertvermittelter Vergesellschaftung zu betreiben, Distribution
und Austausch gleichzusetzen. Vgl. kritisch dazu Schandl (1999) und
Ritsert (1998), S. 325-327.
70 Alle Zitate
MEW 19, S. 20.
71 MEW 19, S.
20.
72 Vgl. Aristoteles
(2002), S. 209-211.
73 Vgl. MEW 19,
S. 20f.
74 Vgl. Ritsert
(1997), S. 26.
75 MEW 19, S.
21.
76 „Die freie
Assoziation, die Freiheit die sich darauf beschränkt, die Gleichheit
in den Produktionsmitteln und den Gleichwert beim Tausch aufrechtzuerhalten,
ist die einzig mögliche, einzig gerechte und einzig wahre Gesellschaftsform.“
(Proudhon (1896), S. 232).
77 Vgl. Fetscher (1967),
S. 187 oder Radbruch (1929), S. 78f.
78 Vgl. MEW 19, S.
21 sowie MEW 3, S. 528.
79 MEW 23, S. 109
(FN 50).
80 Behrens/Hafner (1991),
S. 226