Ingo Elbe

„… it’s not systemic“

Antisemitismus im akademischen Antirassismus (Audio-Datei)

Im Jahr 2017 äußerte sich die antirassistische muslimische Aktivistin Linda Sarsour zum Antisemitismus in den USA wie folgt: „while anti-Semitism is something that impacts Jewish Americans, it’s different than anti-black racism or Islamophobia because it’s not systemic.” Diese Aussage ist nur eine Variante aus einem ganzen Spektrum von Antisemitismusverharmlosungen, die aus dem Diskurs des akademischen Antirassismus in den politischen Aktivismus eingedrungen sind. Eskamotierung des Antisemitismus, Relativierung des Holocaust, Islam-Apologetik und Feindschaft gegen Israel bilden einen systematischen Zusammenhang in diesem Diskurs. Leider handelt es sich dabei nicht um ein Randphänomen, sondern um eine hegemoniale Tendenz innerhalb des akademischen Antirassismus. Wer in diesem – inzwischen vornehmlich postmodernen – Kontext sozialisiert wird, so die These meines Beitrags, lernt nicht nur nichts über den weltweit grassierenden Antisemitismus, er eignet sich vielmehr eine Weltanschauung an, die letztlich eine Gefahr für Juden darstellt.

Zum Vortrag:

MP3 - 97.9 MB

Der Aufsatz findet sich in: T. Amelung (Hg.): Irrwege. Analysen aktueller queerer Politik. Querverlag, Berlin 2020

Vortrag, gehalten am 12.11.2019 in Marburg. Der Aufsatz zum Vortrag wurde hier publiziert: “… it’s not systemic”. Antisemitismus im akademischen Antirassismus. In: T. Amelung (Hg.): Irrwege. Analysen aktueller queerer Politik. Querverlag, Berlin 2020, S. 224-260