Urs Lindner, Dimitri Mader, Hans Pühretmayer

Critical Realism als Philosophie der Sozialwissenschaften

Unter den Stichworten »neuer Realismus« (Gabriel 2014), »neue Materialismen« (Coole/Frost 2010), »material turn« (Bennet/Joyce 2010), »Rückkehr zu den Dingen« (Domanska 2006) oder »Rückkehr der Ontologie« (Ferraris 2012) findet seit einiger Zeit in Philosophie und Kulturwissenschaften, aber auch im Feuilleton eine Renaissance von Realismus und Materialismus statt. Der cultural turn – darin sind sich die verschiedenen Ansätze einig – habe trotz gegenteiliger Bekundungen den Anthropozentrismus der modernen westlichen Philosophie gerade nicht überwunden, sondern vielmehr auf die Spitze getrieben, indem die Realität der Dinge von menschlichen Interpretationen abhängig gemacht wurde. Auf diese Weise sei es unmöglich geworden, sinnvolle Antworten auf wirkmächtige »Materialitäten« zu geben, wie sie als Wirtschaftskrise, (para-)militärische Gewalt oder Klimawandel zu den drängenden Problemen der Gegenwart gehören.

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(Einleitung zu: Urs Lindner, Dimitri Mader (Hg.), Critical Realism meets kritische Sozialtheorie. Ontologie, Erklärung und Kritik in den Sozialwissenschaften. transcript-Verlag. Bielefeld 2017) Vgl. auch: https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2725-1/critical-realism-meets-kritische-sozialtheorie/