Fabian Kettner

Die Theorie der Verdinglichung und die Verdinglichung der Theorie

Was „Verdinglichung“ und was „Fetischcharakter“ bedeuten, scheint allgemein klar. Man kennt die üblichen Sätze zur Definition, die indirekte Zitate aus dem »Kapital« sind: das gesellschaftliche Verhältnis stelle sich als eines von Dingen dar, die gesellschaftlichen Verhältnisse gewännen ein Eigenleben, beherrschten die Menschen, beeinflussten deren Handeln und Denken. Was aber genau bedeutet dies und wie wird das hergeleitet? Oft scheint es so zu sein, dass ebenso obige Defintionen ein Eigenleben gewinnen, dass sie als verbuchter Schatz zum anwendbaren analytischen Instrumentarium der Ideologiekritik gezählt werden. So überwältigend übereinstimmend der Großteil der Erklärungen in der Wiederholung bekannter Phrasen ist, so wird das Bild nicht nur bei näherer Betrachtung heterogen, sondern auch innerhalb der homogen erscheinenden Sekundärliteratur treten in der Argumentation Lücken und Widersprüche auf.
Die Begriffe „Verdinglichung“ und „Fetischcharakter“ gelten allgemein als wichtige Komponenten, als bedeutende Richtbegriffe für Ideologiekritik. Inwieweit die Probleme der Interpretation und der Darstellung ein Problem für die ideologiekritisch praktische ‚Anwendung’ der Theorie der Verdinglichung darstellen, das soll hier untersucht werden.

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(erschienen in:
Frank Benserler & Werner Jung (Hg.):
Lukács 2002.
Jahrbuch der Internationalen Georg-Lukács-Gesellschaft
6. Jg. (2002))

Vgl. auch Thesen zum Fetischcharakter der Ware
sowie Der Warenfetisch