Tobias Reichardt

Aporien der soziologischen Erkenntnistheorie Alfred Sohn-Rethels

Die Theorie Alfred Sohn-Rethels stellt ein Unterfangen dar, wie es in vielen Bereichen des heutigen Wissenschaftsbetriebs tabuisiert ist: Denken und gesellschaftliche Wirklichkeit zu vermitteln, eine sich unabhängig und frei dünkende Wissenschaft mit ihren gesellschaftlichen Grundlagen zu konfrontieren. Aufgrund dieser Tabuisierung – und der Tabuisierung des Marxismus überhaupt – spielt Sohn-Rethel in der akademischen Lehre keinerlei nennenswerte Rolle. Obgleich in der Gegenwart die Wissenschaft offensichtlicher als noch vor einigen Jahren und gar Jahrzehnten von gesellschaftlichen Faktoren abhängig ist, sonnt sie sich gerne in einem Schein von Neutralität und Autonomie. Um der Kritik dieses Selbstverständnisses der Wissenschaft Willen lohnt eine erneute Auseinandersetzung mit diesem wenig beachteten Philosophen und Soziologen.

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Eine alternative Erklärung der Entwicklung der Rationalität in der Antike gibt der Autor in seinem Buch Recht und Rationalität im frühen Griechenland.

(erschienen in: Berliner Verein zur Förderung der MEGA-Edition e.V. (Hg.): Wissenschaftliche Mitteilungen Heft 6: Gesellschaftliche Praxis und ihre wissenschaftliche Darstellung, Berlin 2008)