Autor: Hanno Pahl
(Vorbereitende Ausführungen zu einer Kritik des luhmannschen Gesellschaftsbegriffs)
In diesem Aufsatz beschränke ich mich auf einige Überlegungen zur Kritik an Luhmanns Konzeption von Wirtschaft als autopoitischem Subsystem der Gesellschaft. Von dieser Kritik aus wäre dann – in einem nächsten, hier nicht mehr geleistete Schritt – der Bogen zurückzuschlagen zu einer Kritik an seinem Gesellschaftsbegriff, der in scharfem Kontrast zu Marx einen Primat der Ökonomie als Zentrum der Gesellschaft ablehnt, und stattdessen die ´funktionale Differenzierung´ von Gesellschaft als Ausdifferenzierung einander gleichwertiger Subsysteme als universales Entwicklungsprinzip moderner Gesellschaften propagiert.
Meine Hauptthese in diesem Aufsatz soll sein, daß die kapitalistische Ökonomie zwar, wie von Luhmann behauptet, tatsächlich ein in gewisser Weise reales System darstellt, daß aber Luhmann seine eigene Behauptung mit der Konzeption von Wirtschaft, die er vorträgt, gerade nicht nachweisen kann. Ich will durch Rückgriff auf die Unterscheidung von ´einfacher´ und ´vermittelter´ Zirkulation, wie sie Marx in den ´Grundrissen´ des ´Kapital ´entwickelt hat (MEW42) zeigen, daß sich Luhmann mit seiner Konzeption des Wirtschaftssystems ausschließlich auf der Ebene der ´einfachen Zirkulation´ bewegt, auf der von einem realen Systemcharakter der Wirtschaft gerade nicht gesprochen werden kann.