Thomas Land

Sebastian Kasper: Spontis

Eine Geschichte antiautoritärer Linker im roten Jahrzehnt

Wer die aktuelle Konjunktur linker Identitätspolitik verstehen möchte, sollte zu Sebastian Kaspers Spontis. Eine Geschichte antiautoritärer Linker im roten Jahrzehnt (edition assemblage 2019) greifen. Ihre Hochphase erlebten die als undogmatisch geltenden Spontis um die Mitte der 1970er Jahre – zu einer Zeit also, die durch den Verlust der utopischen Energie der 68er, das Ende eines weltweiten revolutionären Kampfzyklus, den Niedergang der K-Gruppen und den Aufstieg der Frauen-, Umwelt- und Alternativbewegung geprägt war. Konfrontiert mit der Abnahme des (ohnehin weit überschätzten) gesamtgesellschaftlichen Gestaltungspotentials wandte sich die Linke neuen Themenfeldern, Strategien, Organisationsformen und Theorien zu. Prototypisch nachvollzogen und mitinitiiert wurde dieser Kurswechsel von den Spontis – dessen Auswirkungen prägen Inhalte, Praxis und Habitus der Linken bis heute.

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