Thomas Land

Lutz Raphael: Jenseits von Kohle und Stahl

Eine Gesellschaftsgeschichte Westeuropas nach dem Boom

Lutz Raphael hat mit "Jenseits von Kohle und Stahl: eine Gesellschaftsgeschichte Westeuropas nach dem Boom" sein opus magnum zur von ihm mitentwickelten Strukturbruchthese vorgelegt, die den historischen Wandel im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts ausgehend von den ökonomischen Veränderungen betrachtet. Anstatt also politische Ereignisse, wie z.B. Regierungswechsel, oder sozio-kulturelle Phänomene, wie den z.B. sogenannten ‚Wertewandel‘ oder das Aufkommen der Pop- und Konsumkultur, zum Motor gesamtgesellschaftlicher Transformation zu machen, bedient sich Raphael fünf „wissenschaftliche[r] Beobachtungsformate“, um den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft zu beschreiben, dem alle westlichen Volkswirtschaften seit den späten 1960er Jahren unterworfen waren. Der Zugriff auf Geschichte erfolgt bei Raphael aus der Perspektive von 1. politischer Ökonomie/Volkswirtschaft, 2. rechtlichen Regulierungen, 3. Wissensgeschichte und Bildungspolitik, 4. wichtiger (Einzel-)Ereignisse sowie 5. der sozialräumlichen Dimension von Transformationen.

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