Ingo Elbe

Bernard Lewis: Race and Slavery in the Middle East

An Historical Enquiry

Der Orientalist und Islamexperte Bernard Lewis (1916-2018) zeigt in seiner 1990 erschienenen und leider nie ins Deutsche übersetzten Abhandlung, dass der „myth of Islamic racial innocence” ein Produkt von Idealisierungen der islamischen Kultur zum Zwecke innerwestlicher politischer Auseinandersetzungen im 19. Jahrhundert war. Man wollte, so Lewis, die brutale transatlantische Sklaverei und den damit verbundenen Hautfarbenrassismus kritisieren, indem man ihnen die tatsächlich etwas anders gelagerte islamische Sklaverei entgegenhielt. Als weiteres Motiv konstatiert Lewis eine „white man’s burden … of guilt“, die den Rest der Welt entmündigte, bevormundete, infantilisierte und zu bloßen Opfern erklärte, während der Westen die „responsibility for the world and its ills“ für sich reklamierte – eine Diagnose, die heute aktueller denn je ist.

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