Jens Benicke

Sebastian Voigt/Heinz Sünker (Hg.): Arbeiterbewegung – Nation – Globalisierung

Bestandsaufnahme einer alten Debatte

Im Oktober 2010 gab der Historiker und Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung, Peter Brandt, der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ ein Interview. In diesem kritisierte der Sozialdemokrat die bundesrepublikanische Linke für ihre vermeintlich anationale und antina-tionale Einstellung. Brandt forderte stattdessen ein realistisches und positives Verhältnis zu Volk und Nation ein. Dieses Gespräch mit der neurechten Zeitung führte innerhalb der Sti-pendiantenschaften der Hans-Böckler-Stiftung zu einem veritablen Proteststurm. In Anträgen der stipendiatischen Vollversammlung wurde der Entzug der Vertrauensdozentur gefordert. Dies wurde von der gewerkschaftsnahen Stiftung aber abgelehnt. Stattdessen wurde ein von Vertrauensdozenten und Stipendiaten organisierter Workshop an der Bergischen Universität in Wuppertal durchgeführt. Unter dem Titel „Arbeiterbewegung – Nation – Globalisierung“ diskutierten drei Tage lang internationale Wissenschaftler, Gewerkschaftsfunktionäre und natürlich Vertrauensdozenten und Stipendiaten der Hans-Böckler-Stiftung über das Verhältnis der deutschen Arbeiterbewegung zu Nation und Nationalismus. Als Ergebnis dieser Tagung ist nun der von Sebastian Voigt und Heinz Sünker herausgegebene Sammelband, „Arbeiterbewegung – Nation – Globalisierung. Bestandsaufnahme einer alten Debatte“ im Velbrück-Verlag erschienen.

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