Hendrik Wallat

Jens Petersen: Nietzsches Genialität der Gerechtigkeit

Nietzsche gehört bekanntlich nicht zu den großen Philosophen der Neuzeit, die ein „rechts-philosophisches System“ entworfen haben. Nicht weniger bekannt ist aber der Sachverhalt, dass Nietzsches perspektivenreicher Blick auf den (abendländischen) Menschen und seine Kultur seines-gleichen sucht. Entsprechend fragmentarisch hat sich der Genealoge der Macht über sein gesamtes Werk immer wieder auch mit dem Recht sowie dessen Herkunft und Struktur befasst. Sein Blick auf das Recht war dabei nie dogmengeschichtlicher oder begründungslogischer Natur, sondern der eines zivilisationstheoretischen Psychologen. Was Nietzsche im Inneren bewegte, war dabei der Zusammenhang von Recht und Gerechtigkeit, wobei ihn stets der Verdacht beschlich, dass diese inkongruent sind und ihr Ursprung das Spiel des Willens zur Macht ist.
Der an der Universität Potsdam lehrende Rechtswissenschaftler Jens Petersen hat nun in seiner Studie ’Nietzsches Genialität der Gerechtigkeit’ versucht, sich dieser vordergründig nicht einladenden Gemengelage aus Perspektivenreichtum, Fragmentierung und eines nicht klassisch rechtsphilosophischen Erkenntnisinteresses anzunehmen.

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