Ingo Elbe

Gerhard Hanloser/Karl Reitter: Der bewegte Marx

Eine einführende Kritik des Zirkulationsmarxismus

Die beiden Autoren intervenieren in die seit einigen Jahren immer mal wieder auflebende
Debatte zwischen ‚Postoperaismus’ und ‚Wertkritik’. Ihr Anliegen besteht in der Kritik einer
Rezeption der Marxschen Theorie, die sich auf die ersten drei Kapitel des ‚Kapital’
konzentriert und sämtliche Aspekte der Kapitalismusanalyse aus dieser Perspektive
wahrnimmt. Dieser „Zirkulationsmarxismus“ (4), so die Autoren, konstruiere zwischen den
‚statischen’ Kategorien der einfachen Zirkulation und dem ‚dynamischen’ Klassenbegriff ein
„Substanz-Akzidenz-Verhältnis“ (13), scheide „Widerstand und Klassenkampf [...]
methodisch aus“ und gehe „ultraobjektivistisch“ davon aus, dass „die Überwindung des
Kapitalismus ein automatischer Prozess sein“ müsse (8). Er leugne den „substanziellen
Zusammenhang von Erkenntnis und Erfahrung im Klassenkampf“ und setze „[a]n die Stelle
des Zusammenhangs von gesellschaftlichem Sein und Einsicht [...] schriftliche Aufklärung
und Lektüre-Empfehlung“ (30).

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