Jens Benicke

Eva Holling, Mathias Naumann, Frank Schlöffel (Hg.): Arbeiterinnen und Arbeiter

Nebulosa. Figuren des Sozialen 06/2014

Arbeiterinnen und Arbeiter? Gibt es sowas denn heute überhaupt noch? Bereits seit den 1980ern wird doch ein Verschwinden der Arbeiterklasse konstatiert. Die Industriegesellschaft wandelte sich in eine Dienstleistungsgesellschaft und auch der Großteil der politischen Linken hat den „Abschied vom Proletariat“ (Andre Gorz) vollzogen und ist über die Neuen Sozialen Bewegungen, Tripple Oppression, den postmodernen „Tod des Subjekts“ und ähnliches bei der Multitude oder der Wertkritik gelandet. Arbeiter schienen zu einem Anachronismus aus dem Geschichtsbuch geworden zu sein. Doch seitdem sich die Krise seit 2007 global ver-allgemeinert hat und zu einem Dauerzustand geworden ist, wird auch wieder häufiger über (in erster Linie prekäre) Arbeitsverhältnisse diskutiert und damit auch über die diesen Arbeits-verhältnissen unterworfenen Menschen, also die Arbeiterinnen und Arbeiter.

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