Jens Benicke

Detlef Hartmann: Krisen, Kämpfe, Kriege

Band 1: Alan Greenspans endloser „Tsunami“. Eine Angriffswelle zur Erneuerung kapitalistischer Macht

Anmerkung der Redaktion

Die Redaktion teilt die Kritik des Rezensenten an Hartmanns Ansatz. Allerdings halten wir es für geboten, deutlicher zu betonen, dass Hartmanns Operaismus eine Klassenverschwörungstheorie ist, die Kapital und Lohnarbeit zu reellen Gesamtsubjekten stilisiert. Die Strategien dieser Subjekte stehen für Hartmann letztlich über den strukturellen Zwängen, den Konkurrenzzusammenhängen und Mystifikationen des Kapitalismus. Nicht nur falsch, sondern direkt gefährlich wird dieses Denken, wenn Hartmann den, wie er meint, „außerordentlich reflektierten Kapitalisten“ Alan Greenspan an die Spitze der vermeintlichen Verschwörung des Kapitals gegen das Proletariat stellt. Solche Personalisierungen kapitalistischer Verhältnisse nach dem Muster ‚schlauer Machenschaften‘ sind dann nicht nur an Teile des deutschen Feuilletons anschlussfähig („Der Herr der Blasen“ (SZ)), auch jeder antisemitische Stammtischbruder kann sich das Seine dazu denken. Ob das ein „neuer Antiimperialismus“ ist oder einfach altbekanntes Ressentiment, das mögen die geneigten Rezipienten selbst entscheiden.

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