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Michael Heinrich

Individuum, Personifikation und unpersönliche Herrschaft in Marx‘ Kritik der politischen Ökonomie

Montag 7. Dezember 2015, von ingo

In seiner Kritik der politischen Ökonomie betrachtet Marx die Personen nur, insoweit sie „Personifikationen ökonomischer Kategorien“ sind. Michael Heinrich diskutiert in seinem Beitrag, ob angesichts dieser Auffassung überhaupt noch ein theoretischer Raum für die Subjektivität der Individuen bleibt. Es wird deutlich, dass Marx gerade in der Entwicklung des Kapitalismus eine ungeheure Entfaltung individueller Potenziale sieht, die allerdings unter den spezifischen Bedingungen einer nachträglichen Vergesellschaftung der privat verausgabten Arbeit stattfindet. Dabei erweisen sich Fetischismus, unpersönliche Herrschaft und Personifikation als lediglich unterschiedliche Seiten dieser nachträglichen Vergesellschaftung. Die Diskrepanz zwischen der von der kapitalistischen Produktion erforderten, allseitigen Entfaltung des Individuums und dem begrenzten kapitalistischen Zweck, Profitmaximierung, gehört zu den von Marx skizzierten „Umwälzungsmomenten der alten Gesellschaft“. „Freie Individualität“ ist Heinrich zufolge erst unter postkapitalistischen Bedingungen möglich – in einem „Verein freier Menschen“, einer kommunistischen Gesellschaft.

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(erschienen in: I. Elbe/S. Ellmers/J. Eufinger (Hg.): Anonyme Herrschaft. Zur Struktur moderner Machtverhältnisse, Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2012)

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