Autor: Sven Ellmers
Fiktionsweise ohne Phantasie
Politischer Liberalismus und Gerechtigkeit bei John Rawls
John Rawls begründete mit A Theory of Justice (1971) die Renaissance der bis dahin unter dem Druck des Szientismus marginalisierten politischen Philosophie des Gesellschaftsvertrags. Seine Versionen des Vertragsmodells werden seitdem in nahezu sämtlichen Disziplinen der Sozialtheorie – Ethik, Internationale Politik, Rechts- und Staatsphilosophie, Sozialpolitik, Wirtschaftwissenschaft – breit diskutiert. Wie erklärt sich dieser im 20. Jahrhundert beispiellose Erfolg, zumal der von John Rawls verwendete Vertragsgedanke vor allem in den Anfängen der bürgerlichen Gesellschaft zwecks philosophischer Selbstverständigung entwickelt wurde?
(Verbesserte Version des gleichnamigen Artikels in Elbe/Ellmers (Hg.): Eigentum, Gesellschaftsvertrag, Staat. Begründungskonstellationen der Moderne, Westfälisches Dampfboot, Münster 2009)