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Eine gescheiterte Revolution?

Autor: Anton Pam

Eine gescheiterte Revolution?

Die Bewegung vom Tian’anmen 1989 und ihre Niederschlagung

Am 4. Juni 1989 ließ die chinesische Regierung die Bewegung vom Platz des Himmlischen Friedens (Tian’anmen) vom Militär blutig niederschlagen. Bis heute wird dieser «Zwischenfall» in China tabuisiert und der größte befestigte Platz der Welt argwöhnisch kontrolliert. Uneinigkeit herrscht darüber, welchen Charakter die Millionenbewegung von 1989 hatte. In westlichen Medien wurde sie damals als antikommunistische Demokratiebewegung präsentiert. Linke Beobachter aus Europa sehen in der Bewegung hingegen einen proletarischen Aufstand, amerikanische Professoren einen moralischen Aufschrei einer Elite in der Tradition des Konfuzianismus. Die «neue Linke» in China betrachtet die Unruhen als eine soziale Bewegung gegen den «Neo-Liberalismus », einen Vorboten der Anti-Globalisierungsbewegung von Seattle. Der Post-Operaist Antonio Negri glaubt sogar, dass neben den Aufständen in Los Angeles 1992 und der ersten palästinensischen Intifada auch auf dem Tian’anmen-Platz das revolutionäre Subjekt der Multitude gegen das Empire in Erscheinung trat. Giorgio Agamben begründet den Einsatz des Militärs mit der Rebellion der nicht repräsentierbaren Singularitäten, die der Staatsmacht entgegen getreten wären. Dieser Artikel soll die Bewegung selbst und einige Analysen ihres Charakters darstellen, um damit auch ihre große Bedeutung aufzuzeigen.

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(erschienen in: Wildcat Sonderbeilage "Unruhen in China" 2007)

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