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Vorträge


Autor: Fabian Kettner

Der Theoretiker und die Bewegung

„Entgegen einem weit verbreiteten Irrtum“, so Wolfgang Pohrt im Jahre 1997, „heißt Revolution machen wollen keineswegs primär, Mitgefühl für die Ausgebeuteten zu entwickeln und den Entschluß zu fassen, deren Lage zu bessern. Revolution machen wollen heißt vielmehr, einen großen Ausbruch zu planen – den Ausbruch aus einem Zeitabschnitt, von dem man meint, daß man darin nicht mehr die Luft zum Atmen fände. ... Man will ans Fenster stürzen, um es aufzureißen, und zwar mit einem Ruck.“
Gehe es nun um (...) (weiterlesen)

Autor: Fabian Kettner

Die schlechte Aufhebung der antiautoritären Bewegung

Zu Geschichte und Logik der Protestbewegung

Bezeichne man sie als „Studentenbewegung“ oder als „Jugendrevolte“, die 68er-Bewegung gilt als Geburtsstunde der Neuen Linken. Neu sei an ihr die Konstitution eines linken, alternativen Milieus, sowohl einer radikalen politischen Szene wie einer Theorie jenseits der marxistischen Tradition. Hier kam die Kritische Theorie in Deutschland zum ersten Mal zur Geltung – zumindest nominell. An Adorno, Horkheimer und Marcuse orientierte studentische Theoretiker wie Hans-Jürgen Krahl, Frank Böckelmann (...) (weiterlesen)

Autor: Fabian Kettner

Elemente des Antiamerikanismus

Von der "Verjudung" zu den "amerikanischen Verhältnissen"

Von wem stammt die Einsicht, die USA stünden für „das Antlitz eines Landes und Volkes, das Hunderttausende Indianer hinmordete, um Platz für sich selbst zu schaffen, das anderen Staaten mit Lug und Trug, Gewalt und Krieg ihren Besitz raubte, das Länder besetzte und Völker unterjochte, um sie ins Elend zu stürzen und ihre Arbeitskraft auszubeuten, das alle Versprechen und Verträge brach, die der Ausdehnung seiner Macht und seinem Belieben im Wege standen. Es ist das Antlitz des egoistischen (...) (weiterlesen)

Autor: Isabelle Klasen/ Sebastian Dittmann

Poesie und Revolution. Thesen über den Versuch der Aufhebung der Kunst in der Situationistischen Internationale

„Um Kunst zu machen, ist es recht spät“ (‚Potlatch‘ N° 25, 26.1.1956)
Der Dadaismus wollte die Kunst liquidieren, sie „aufheben (...), ohne sie zu verwirklichen“, der Surrealismus dagegen sie „verwirklichen, ohne sie aber aufzuheben“: Seine originär revolutionären Bestrebungen versandeten innerhalb des Bestehenden, nicht zuletzt, weil dieses den zumindest formalen Vorsprung der Kunst eingeholt hatte. Die Situationistische Internationale begriff sich konsequent als bestimmte Negation beider Positionen. (...) (weiterlesen)

Autor: Ingo Elbe

XIX. Privateigentum – „tief im Wesen des Menschen“ begründet? Zur Entstehung und Kritik des bürgerlichen Eigentumsbegriffs

Der Eigentumsbegriff ist einer der zentralen Begriffe, auf dem die bürgerliche Gesellschaft ihr Selbstverständnis aufbaut. Die bei weitem einflussreichste Fassung, ja die Begründung des modernen Eigentumsbegriffs findet sich in der 1689 veröffentlichten Zweiten Abhandlung über die Regierung von John Locke (1632-1704). Hier leitet Locke das privatexklusive Eigentum an Sachgütern aus dem Selbsteigentum der Person und der Vermischung ihrer rechtspersonalen Substanz mit Naturgegenständen im Prozess (...) (weiterlesen)

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