Autor: Ingo Elbe
Entstehung und Kritik des liberalen Eigentumsbegriffs
Das Privateigentum ist das rechtliche Basisinstitut der kapitalistischen Gesellschaft. Eine
begründete, d.h. rationale, Stellungnahme zu diesem Institut ist daher seit den
Anfangstagen dieser Gesellschaft eine der zentralen Aufgaben sozialphilosophischen
Denkens. Die bei weitem einflussreichste Fassung, ja die Begründung des modernen
Eigentumsbegriffs findet sich in der 1689 veröffentlichten Zweiten Abhandlung über
die Regierung von John Locke (1632 – 1704).
Hier leitet Locke das privatexklusive Eigentum an Sachgütern aus dem Selbsteigentum
der Person und der Vermischung ihrer rechtspersonalen Substanz mit Naturgegenständen
im Prozess der Arbeit ab. Privateigentum wird damit erstmals in der politischen
Ideengeschichte systematisch als vorsoziales Rechtsinstitut begründet und damit dem
aufstrebenden Bürgertum eine nachhaltige Legitimationsgrundlage geschaffen, die noch
im Bürgerlichen Gesetzbuch nachwirkt.
Im Seminar soll dieser Ansatz in seinen Grundzügen und ideengeschichtlichen
Konstellationen vorgestellt und einer Kritik unterzogen werden. Die Widersprüche des
ökonomischen Liberalismus sollen dabei ebenso deutlich werden, wie die gemeinsamen –
falschen - Grundlagen, die einige linke Eigentumstheorien mit ihrem liberalen Widerpart
teilen.
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Autor: Ingo Elbe
Hobbes, Locke, Kant und ihre Kritiker
Mit Hobbes, Locke und Kant fomuliert das politische Denken ein völlig neues Gesellschafts-, Staats- und Eigentumsverständnis, das bis heute fortwirkt. Im Seminar sollen die zentralen Positionen dieser Theoretiker erarbeitet werden, die das Selbstverständnis der bürgerlichen Gesellschaft geprägt haben. Zugleich soll durch Kontrastierung dieses genuin bürgerlich-modernen Denkens mit vormodernen Politikauffassungen und zeitgenössischen Kritiken verdeutlicht werden, dass dessen Menschen- und (...)
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Das „Ende der Ideologien“ wurde schon desöfteren proklamiert. Aber vielleicht ist diese Proklamation selbst noch ideologisch? Denn die Aktualität des Ideologie-Begriffes drängt sich immer wieder von neuem auf und die scheinbar vollends aufgeklärte und entzauberte Welt sieht sich gerade heute einem Kampf ebenso wirkmächtiger wie bisweilen gefährlicher Weltanschauungen ausgesetzt. Der Ideologiebegriff selbst ist dabei seit seiner Entstehung in den aufklärerischen Denksystemen des 17. und 18. (...)
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Mit kaum einem Begriff der Marxschen Ökonomiekritik ist soviel Unfug getrieben worden, wie mit dem des Fetischismus - vom Synonym für die »glitzernde Warenwelt« bis hin zur Identifizierung von Wert und Fetisch. Das Seminar soll sich dem schwierigen Text zum Fetischcharakter der Ware im ersten Kapitel des »Kapital« nähern, den Sinn des Begriffes und seine zentrale erkenntniskritische Funktion im Rahmen der Kritik der politischen Ökonomie klären. Darüber hinaus soll der systematische Status des (...)
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Lange Zeit hindurch konnten die komplementären Diskurse des partei-, später staatsoffiziellen Marxismus sowie des westlichen Antikommunismus die nahezu uneingeschränkte Definitionsmacht über das beanspruchen, was gemeinhin als ‚Marxscher’ oder ‚wissenschaftlicher Sozialismus’ galt. Abweichende Formen des Marxismus, wie der ‚westliche Marxismus’ oder die ‚neue Marx-Lektüre’ formulierten dagegen eine Kritik des traditionsmarxistischen Paradigmas und beanspruchten gegen dessen restringierte und (...)
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